Donnerstag, 15. Februar 2007

6. Tag, DO, den 15.02.07

Morgens:
Da ich gestern nicht so früh einschlafen konnte, bin ich erst um 10 Uhr aufgestanden. (Ich weiß, ich weiß… das ist ein Leben…)
Beim Frühstück hab ich dann noch an meiner Seite gearbeitet und sie einigen verschickt. (Denn Internet gibt es in der WG nur in der Küche.)

Ausflüge:
Lykavittos:
Um 12 Uhr habe ich mich dann zum Lykavittos -Berg, der „Wolfshügel“ bedeutet, aufgemacht. Von unserer Wohnung hier bis ganz oben habe ich eine halbe Stunde gebraucht. (Ich kann euch sagen, der Berg ist viel schlimmer als Haxtergrund bzw. –berg!! Also Ralph, verleg die Einheiten hierhin ;-) )

Wie schon erwähnt, war der Weg rauf ganz schön anstrengend, aber der Ausblick unterwegs hat mich schon motiviert und von der Spitze, die mit 278 m den höchsten Punkt der Innenstadt ausmacht, sieht man wirklich über die ganze Stadt bis hin zum Hafen Piräus und zu den nächstgelegenen Inseln. Schaut euch die Bilder an, die folgen werden.
In der völlig weißen Kirche Ágios Geórgios, die man auch von unten sehen kann, habe ich noch eine Kerze angezündet und dann den Panoramablick (nur bei gutem Wetter) über das Häusermeer und auf fast alle größeren Sehenswürdigkeiten genossen. Ich kann mir jetzt ungefähr ein Bild machen, wie weit alles auseinander liegt und dass vieles von mir auch gut zu Fuß zu erreichen ist.

Rückweg:
Zurück habe ich einen anderen Weg als an meiner Wohnung vorbei genommen, so dass ich glatt nen Starbucks umme Ecke gefunden habe und einige Läden mehr. Außerdem hab ich mir die Griechenland-Zeitung gekauft, ne Zeitung für Athen und Thessaloniki auf Deutsch. Ist eigentlich ganz cool, erfahre hier ohne Fernsehen nicht so viel, was in der Welt los ist. Also klärt mich auf!! Was gibt’s neues?
Als ich vom Berg runter ging, waren an größeren Kreuzungen Polizisten, die den Verkehr regelten, obwohl die Ampeln funktionierten. Und es waren überall viele Polizeiwagen/-bullis und Polizeieinheiten mit Helmen, Schlagstöcken und kompletter Montur. Manche Straßen waren sogar abgesperrt. Da fragte ich nur, was hier los ist. Einer der Polizisten antwortete: „ein großer Streik“. Später erfuhr ich dann, dass es ein Streik der Studenten einer Uni hier war. (Hier streiken die STUDENTEN!)

Essen:
Am Syntagma-Square gibt es mehrere Fast-Food-Läden. Einer ist so ähnlich wie Subway, wo man sich den Belag selbst aussuchen kann, aber manche Beläge sind schon etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch probiere ich einiges aus. Da alle Plätze dort belegt waren, setzte ich mich gegenüber auf eine Bank am Syntagma-Platz, habe dort meine Sandwich gegessen und die Zeitung gelesen.

Post:
Eine Post sollte es hier auch irgendwo geben… Nachdem ich sie gefunden, Briefmarken gekauft habe und noch mal nachfragen musste, in welchen Briefkasten genau ich meine Postkarten werfen sollte (es gibt nämlich 5 verschiedene), hoffe ich nun, dass es richtig war. Es waren die ersten und ich warte mal ab, wie lange sie bis Paderborn brauchen.

Information:
Als nächstes wollte ich zur Information, wo man auch Fahrpläne für Fähren bekommt, doch war diese schon vor 16 Uhr geschlossen, obwohl es eigentlich bis 19 Uhr hätte aufhaben müssen. Na ja, an so etwas muss ich mich wohl gewöhnen.
Aber es lag auf dem Weg zu einigen Sehenswürdigkeiten, deswegen war es kein Umweg für mich.

Hadrians Tor
Das Hadrianstor ist ein erhabenes Bauwerk aus pentelischem Marmor, jedoch steht es an einer sehr belebten Straße/Kreuzung. Nach den Inschriften zu schließen sollte es die Grenze zwischen antiker und römischer Stadt markieren. Ich konnte aber keine Inschriften lesen und kann mir leider auch noch nicht erklären, in welcher Richtung das antike und von wo an das römische Athen anfängt. (Vielleicht erfahre ich es ja im Laufe der Zeit.)

Tempel des olympischen Zeus
Gleich hinter dem Hadrianstor kann man das Olympieion, den größten Tempel Griechenlands bewundern. Seine Bauzeit betrug um die 700 Jahre und es bestand aus 104 korinthischen Säulen (Höhe 17 m, Durchmesser der Basis 1,7 m). Von diesen sind jetzt allerdings nur noch 15 erhalten.


Erster Friedhof Athens.
Als nächstes machte ich mich auf zum ersten Athener Friedhof. Ist gar nicht so einfach, den Weg zu finden, wenn man manche Straßenschilder nicht sofort findet oder nicht lesen kann. Na ja, aber irgendwann war ich auch dort angekommen und es ist wirklich ein schöner Friedhof mit unglaublich prunkvollen, aber auch kitschigen Grabsteinen und Mausoleen. Der Archäologe Heinrich Schliemann soll dort liegen und manche Grabsteine sind echte Kunstwerke.

Auf meiner Route zum Nationalgarten lag noch einiges Sehenswertes.
Ich hab ein Freibad entdeckt und wollte da auch sofort rein springen. Ich konnte auch reingehen, aber es sah so aus, als ob es nur für Olympia-Sportler reserviert war… Neben dem Schwimbad gab es auch Sportanlagen. Leider konnte ich das Panathenische Stadion, das ich vom Wolfshügel gesehen habe, nicht finden (vielleicht beim nächsten Mal).

Unterwegs kam ich am Zappion vorbei, das von einer streng formalen Gartenanlage mit breiten Wegen umgeben wird. Es war früher eine Ausstellungshalle, der Rat der EU traf sich hier und während der Olympiade 2004 diente es als Pressezentrum. Heutzutage ist es nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nationalgarten
An den Zappion-Park grenzt der Nationalgarten, durch den ich den Weg nach Hause einschlagen wollte. Ursprünglich ließ ihn Königin Amalia als Schlosspark anlegen. Deshalb gibt es hier viele schöne Alleen, verschiedene Blumen, subtropische Bäume, Zierteiche mit Fischen und Wasservögeln und einiges mehr, wie z.B. ein Botanisches Museum, einen Kinderspielplatz, einen Ententeich, ein Café, von dem ich noch nichts besucht habe.
Tatsächlich habe ich dann noch eine Jogger getroffen, nachdem ich von dem einen Mitbewohner nur gehört habe, dass man hier gut laufen kann. Jetzt könnten auch meine Laufschuhe ankommen… Vielleicht morgen früh.

Auf dem Rest meines Weges zur Wohnung, habe ich auch endlich eine Apotheke gefunden, die nachmittags aufhat, und unglaubliche 66 Cent für 20 Tabletten Paracetamol bezahlt.


Ich habe so einiges gesehen heute und bin viel gelaufen, deswegen werde ich mich gleich nur noch hinlegen!

Als ich in meinem Zimmer war, hab ich den Laptop angeschmissen, um meine Erlebnisse festzuhalten und auf einmal hatte ich für ne Stunde oder so sogar Internet hier in meinem Zimmer!! Juhu!! Aber jetzt ist es wieder weg…. 

Wenn das Wetter morgen schlechter sein sollte, also wie in der Zeitung angekündigt, dann werde ich ins Planetarium fahren (das macht man dann nicht mehr, wenn es draußen warm ist… oder gerade dann?!?)

Heut Abend ist mir ganz schön langweilig, habe nix zum Lesen hier, außer meinem Reiseführer, der suuuupertoll ist (dankeschön dafür noch mal!), aber ich brauche ein richtiges Buch. Wird morgen früh gleich gekauft!
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